Ottfried Preußler Literatur

Ottfried Preußler und sein Lebenswerk


Otfried Preußler prägte ganze Generationen mit seinen Büchern

2012 war eine der häufigsten Schlagzeilen „50 Jahre Räuber Hotzenplotz“, im Februar 2013 musste man dann leider lesen: „Otfried Preußler ist tot“.

Wer war Ottfried Preußler?
Otfried Preußler wurde 1923 in Reichenberg in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Gemeinsam mit der Großmutter Dora brachte Vater Josef seinem Sohn die Welt der böhmischen Volkssagen, vor allem aus dem Isergebirge, näher. Gleich nach dem Abitur musste er seinen Kriegsdienst antreten. Von 1944 bis 1949 war er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in der Tatarischen Republik. Nach seiner Entlassung traf er in Rosenheim seine alte Liebe Anneliese Kind wieder und heiratete sie noch im selben Jahr. In den 1950er Jahren kamen seine drei Töchter zur Welt. Preußler entschloss sich, Lehrer zu werden und unterrichtete bis 1970 an mehreren Volksschulen. Um sich etwas Geld dazu zu verdienen, betätigte er sich auch als Lokalreporter und Geschichtenschreiber für den Rundfunk. Um die große Anzahl an Schülern zu beschäftigen, erzählte er seinen Schülern Geschichten und malte Bilder dazu. Viele dieser Erzählungen wurden veröffentlicht. 1956 erschien dann sein erstes Buch: „Der kleine Wassermann“. 32 weitere Kinder- und Jugendbücher sollten folgen. Preußlers letztes Buch beschäftigte sich mit seinen Erlebnissen in sowjetischer Gefangenschaft. Am 18. Februar 2013 verstirbt Otfried Preußler schließlich in Prien am Chiemsee. Sein letztes Buch soll posthum im Herbst 2013 erscheinen.

Was machte ihn als Autor aus?
Die deutschsprachige Gesamtauflage von Otfried Preußlers Werk beläuft sich auf 15,2 Millionen Exemplare. Insgesamt wurden seine Bücher in 55 Sprachen übersetzt und über 50 Millionen mal verkauft. Laut eigener Aussage schöpfte er die Ideen für seine Bücher aus der böhmischen Heimat: Zauberer, Hexen, Wassermänner, Gespenster und Raubschützen wurden zu Hauptfiguren.
Preußler wollte von Anfang nicht belehren, sondern einfach spannende und interessante Geschichten schreiben. Denn er war der Meinung, dass man Kindern keine Probleme vorsetzen soll, für deren Lösung Erwachsene verantwortlich sind. Bereits mit seinem ersten Buch entsteht die lange und erfolgreiche Verbindung zum K. Thienemanns Verlag. Denn dieser wusste die große schöpferische Fantasie und die eindrückliche Erzählweise von Preußler zu schätzen. Viele Werke entstehen aus dem Alltag mit seinen Töchtern und seinen Schülern heraus. Wenn seine Töchter nicht einschlafen können oder die Kinder in der Schule unruhig sind, erzählte Preußler Geschichten. „Die kleine Hexe“ machte zum Beispiel den Töchtern plausibel, warum man sich vor bösen Hexen nicht mehr zu fürchten braucht. Preußlers Erfolg beruhte vor allem auch darauf, dass er die Geschichten vor der Veröffentlichung den kritischsten Zuhörern und Lesern vortrug – den Kindern selbst. Sie haben demnach entschieden, was veröffentlicht wird. Bis heute werden seine Werke zu heilpädagogischen Maßnahmen bei verhaltensgestörten, hör- und sprechgeschädigten Kindern erfolgreich eingesetzt.

Was sind seine bekanntesten Werke?
Gleich sein erstes Werk „Der kleine Wassermann“ (1956) wird mit einem Sonderpreis des Deutschen Jugendbuchpreises ausgezeichnet. 1962 erzählte er von sieben Messern und einer Pfefferpistole und ahnt noch nicht, dass dies eines seiner größten Werke mit sogar zwei Fortsetzungen werden wird: „Der Räuber Hotzenplotz“. Preußler beginnt danach, auch Jugend- und Erwachsenenromane zu schreiben. Über zehn Jahre hinweg versucht Preußler, einen Stoff aus seiner Heimat zu Papier zu bringen. 1971 ist es soweit. Der sorbische Junge „Krabat“ lässt sich in dem gleichnamigen Buch mit finsteren Mächten ein, die ihn faszinieren. Das Buch wird in 31 Sprachen übersetzt und erhält zahlreiche Auszeichnungen.

Ehrungen und Verfilmung seiner Werke
Fast alle Geschichten von Otfried Preußler wurden für Theater, Film oder als Hörspiel adaptiert. Durch seine langjährige Arbeit beim Rundfunk geprägt, wurde dies auch von ihm selbst forciert. Der „Räuber Hotzenplotz“ war und ist die beliebteste Vorlage, aber auch „Der Kater Mikesch“, „Die dumme Augustine“, „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“ sind Dauerbrenner. 1977 und 2008 wurde „Krabat“ auch für das Kono adaptiert.
Otfried Preußler wurde während seines gesamten Lebens für seine Geschichten und sein soziales Engagement mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Lieblingspreis ist nach eigener Aussage der „Goldene Marmeladendeckel der Lese-Raben“.

Ottfried Preußler und sein Lebenswerk

Lebenswerk
Final Thoughts

Otfried Preußler prägte ganze Generationen mit seinen Büchern

Overall Score 5 Ottfried Preußler
Readers Rating
1 votes
4.9