Literatur

„Er ist wieder da“ von Timur Vermes


“Er ist wieder da” in dem Romandebüt von Temur Vermes

Im September 2012 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der Roman „Er ist wieder da“ von Timur Vermes vorgestellt. Es handelte sich dabei um das Erstlingswerk des Autors, das einschlug wie eine Bombe. Dies ist sowohl auf das sehr kontrovers diskutierte Thema der Handlung als auch auf den brillanten Schreib-Stil des Verfassers zurückzuführen.

Timur Vermes hat einen ungarischen Vater und eine deutsche Mutter. Er ist 46 Jahre alt, von Beruf Journalist und arbeitet für verschiedene Boulevardzeitungen und Magazine. Ab 2007 schrieb er als so genannter Ghostwriter verschiedene Bücher, unter anderem ein recht erfolgreiches mit dem Titel „Was vom Tode übrig bleibt“, ein Buch, das von einem Tatortreiniger handelt. Sein erster eigener Roman „Er ist wieder da“ verkaufte sich bisher schon mehr als 400000 Mal, wurde in 27 Sprachen übersetzt und war Monate lang auf Platz 1 der Bestseller-Liste des „Spiegel“. Zudem ist er auch als Hörbuch, das von Christoph Maria Herbst gelesen wird, erhältlich.

„Er ist wieder da“ Interview mit Christoph Maria Herbst

Um was geht es im Roman? „Er ist wieder da“

Er ist also wieder da! Mit “Er” ist Adolf Hitler gemeint, der im Jahr 2011 orientierungslos, mittellos und machtlos aus dem Nichts auf einer Parkbank in Berlin erwacht. Von seinem Ende und dem Ende des Dritten Reiches weiß er nichts und vom heutigen Deutschland ist er entsetzt. Er analysiert die stattgefundenen Veränderungen und plant im Stillen schon mal eine neue Machtübernahme. Über einen türkischen Kiosk, dessen Besitzer ihm hilft, führt ihn sein Weg aus der Gosse ziemlich schnell in den Medienhimmel. Die Leute halten ihn für einen brillanten Comedian, der in seiner Rolle hundertprozentig aufgeht. Mit Auftritten in Fernsehshows findet er immer neue Bewunderer und bekommt schließlich eine eigene TV-Show. Dort rechnet er mit dem Hier und Heute gnadenlos ab. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Der Leser steckt also praktisch im Kopf des alten Demagogen, der die Welt ringsum nicht versteht und sie gleichzeitig manchmal zu gut versteht.

Hitler und Satire – kann diese Mischung gut gehen?

Bei Veröffentlichung des Romans hielten sich die großen deutschen Publikumsmedien erstmal mit Besprechungen zurück. Als er es jedoch schließlich in die Bestsellerlisten schaffte, schwangen einige Blätter, wie z.B. der Stern und die Süddeutsche Zeitung, erst einmal die „moralische Keule“. Sie fanden das Thema unpassend, vielleicht sogar gefährlich. Die meisten Leser hingegen sehen das ganz anders. Für sie ist „Er ist wieder da“ eines der bemerkenswertesten Bücher der letzten Zeit. Es ist nicht nur eine bitterböse Satire, es ist außerdem wirklich herrlich komisch und unglaublich bizarr. Da gibt es viele Szenen, bei denen man sich vor Lachen ausschüttet und andere, bei denen einem das Lachen vergeht. Aber genau das ist von Timur Vermes gewollt. Der Autor sagt es selbst so: „Wenn Ihnen beim Lesen nicht mindestens einmal das Lachen im Hals steckenbleibt, beobachtet Sie hoffentlich schon der Verfassungsschutz“. Was wäre, wenn wirklich wieder ein Verführer à la Hitler in unsere liberale und demokratische Welt einbrechen würde? Was könnte ein solcher erreichen, wenn er seine Lehren aus den Entwicklungen der heutigen Zeit ziehen würde? Auch diese Frage wirft der Autor bei allem Spaß und Klamauk ernsthaft auf. Dabei geht es ihm nicht primär darum, Neo-Nazis zu bekehren. Sein Ansatz liegt viemehr darin, den Millionen Nicht-Nazis zu erklären, wie Hitler wahrscheinlich „getickt“ hat und wie es passieren konnte, dass er so viele Menschen blind begeistern konnte.

Timur Vermes

"Er ist wieder da"
Final Thoughts

Literatur TIPP von Stages With Value: Timur Vermes’ Romandebüt "Er ist wieder da” - ein literarisches Highlight.

Overall Score 4.6 "Er ist wieder da"
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